Materialien zum Krippenbau

Holz

Das beliebteste Material zum Krippenbau ist und bleibt natürlich das Holz, egal ob in seinen Grundformen für Wurzelkrippen, oder weiterverarbeitet zu Leisten und Brettern als Ausgangsmaterial für die verschiedensten Konstruktionen.
Für sämtliches Konstruktionsholz eignet sich hervorragend das Fichtenholz. Dabei sollte man besonders beachten, dass das verwendete Holz gut getrocknet ist. Ein weiterer Vorteil ist es, wenn das Holz feinjährig ist. Am wenigsten verändern sich Bretter, wenn die Jahre senkrecht (stehende Jahre) verlaufen.


stehende (senkrechte) Jahre

liegende (waagrechte) Jahre


Bei liegenden Jahren kommt es leicht zu Verwerfungen der Leisten und Bretter. Daher sollte bei der Holzauswahl besonderes Augenmerk auf eine gute Qualität gelegt werden. Speziell bei Mischbauweise (z.B. Holz und Gips) sollte unbedingt auf ein ausgesuchtes Holz zurückgegriffen werden. Da die verschiedenen Konstruktionen über viele Jahre Freude bereiten sollten, ist es wichtig die Holzverbindungen sehr sicher auszuführen. Wichtige Eckverbindungen sollten geleimt und gedübelt werden.

 

Gips

Bei Gips handelt es sich um eine Verbindung aus Calciumsulfat und Wasser. Die chemische Formel lautet: CaSo4 x 2 H2O

Es ist kaum zu glauben, aber Gips gibt es schon seit rund 200 Millionen Jahren. Durch einen geologischen Prozess lagerte sich der im Wasser gelöste Gips in flachen, langsam austrocknenden Meeresbuchten ab und bildete so die heute bekannten Lagerstätten. Wenn daher von traditionsreichen, bewährten Baustoffen gesprochen wird, muss Gips sicher an oberster Stelle genannt werden.

Gips ist völlig geruchsfrei. Außerdem enthält und entwickelt Gips keine gesundheitsschädlichen Substanzen. All das macht Gips für Mensch, Tier und für die gesamte Umwelt gleichermaßen gut verträglich. Die aus Gips gefertigten Produkte sind es daher ebenfalls. Zudem verbessert Gips aufgrund seiner speziellen Eigenschaften das Raumklima und die Wohnbehaglichkeit.

Für den Krippenbau verwenden wir Modellgips (keinen Elektrikergips). Modellgips ist feiner und besser zu Verarbeiten.


Mauersteine aus Modellgips

Eine andere Variante auch aus Modellgips

Bei der Verarbeitung sollte eine Raum- und Materialtemperatur von +10 °C nicht unterschritten werden.
In einem geeigneten Behälter werden 2/3 Raumteile Modellgips in 1/3 Raumteil Wasser eigestreut und eine Minute stehen gelassen (einsumpfen). Anschließend wird die Masse glatt gerührt, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. Die Abbindezeit beträgt rund 15 Minuten. Die Durchtrocknungszeit ist wesentlich von der Materialstärke abhängig. Ich stelle große Gipsteile immer zum Ofen, um ein schnellerse Austrocknen zu ermöglichen. Eine mehrfache Gewichtskontrolle mit einer Paketwaage hilft mir dabei, um zu beurteilen, wann die Austrocknung abgeschlossen ist.

 

Leim

Es gibt viele Arten von Leim: Knochenleim, Weißleim, Kalk-Kasein-Leim...

Der heute am meisten verwendete Leim ist sicherlich der Weißleim. Weißleime sind wassergelöste Dispersionskleber, die nach dem Trocknen, auch in der nicht wasserfesten Version kaum mit Wasser aufzulösen sind. Eigentlich handelt es sich hier um einen Klebstoff. Da man aber im Zusammenhang mit Holz nach wie vor von "leimen" und nicht von "kleben" spricht, ist es bei der Bezeichnung Leim geblieben.

Leim ist vielseitig verwendbar. Natürlich am häufigsten für diverse Holzverbindungen.
Aber auch zum Besanden von Brettern und Platten eignet sich der Weißleim hervorragend. Dazu sollte man den Leim aber etwas mit Wasser verdünnen, und mit etwas Netzmittel vermischen. Bei Bedarf kann man diese Mischung mit Abtönfarben einfärben.

 

Schellack

Der Schellack ist eine harzige Substanz, die von einer in Indien lebenden Lausart (Lacciferlacca-Laus) auf Pflanzen ausgeschieden wird.
Der rote Rohstoff wird durch Auswaschen und Umschmelzen gereinigt und eignet sich hervorragend für Lacke, Firnisse und Schallplatten.


Schellack (rubinrot) in Plättchenform vor dem Auflösen

Den Schellack bekommt man in Plättchenform (Bruch) in verschiedenen Farben im Handel. Diese Plätchen werden in Spiritus aufgelöst, und ergeben einen sehr natürlichen Lack, welcher leicht zu Verarbeiten, und bereits nach kurzer Zeit völlig geruchlos ist.

 

Moos

Moos wirkt zwar in Krippen immer wieder gut, hat aber ganz wesentliche Nachteile.
Das Moos kann im Normalfall nur einmal verwendet werden, denn bis zum nächsten Winter ist es ausgetrocknet und braun. Im Moos leben leider viele Ungeziefer, und diese will vermutlich niemand in der Wohnung haben....

 

Farben

Bei den Krippen sollte man mit Farben sehr vorsichtig umgehen.
Auch sollte man nach Möglichkeit nur natürliche und unbedenkliche Farben verwenden. Ganz schlimm ist es, wenn die Weihnachtskrippe nach Verdünnungen "stinkt"! Mit einfachen Abtönfarben kann man viel erreichen, und diese sind meist auch völlig unbedenklich.

Grundsätzlich sollte man mit den Farbtönen sehr vorsichtig arbeiten, denn es gibt nicht Schlimmeres, als eine richtig bunte "kitschige" Weihnachtskrippe!